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Wie alles Begann – Geschichte der Seevilla

Im Jahr 1880 erwarb Professor Ladislaus Wágner de Zólyom, Ordinarius für Agrar- und Forstwirtschaft, das Grundstück und ließ eine Sommervilla bauen, die er im Juli 1881 bezog.

Seevilla um 1890

Seevilla um 1890

Der begeisterte Musikliebhaber spielte selbst Geige und lud fast täglich zu Matinéen und Soiréen ein. Die Schar der Zuhörer wurde immer größer und bald war das Wohnzimmer zu klein. So entschloss sich Wágner, einen Musikpavillon anzubauen, der ca. 80 Personen Platz bot und durch seine Holzkonstruktion eine hervorragende Akustik bot.

Am 25. August 1882 wurde der Anbau eingeweiht. Bei der Gelegenheit kam Johannes Brahms von Ischl nach Altaussee zu seinem Freund. Es gelangte das Klaviertrio in C-Dur op. 87 und das „Frühlingsquintett“ in F-Dur op. 88 zur Uraufführung.

Aufgrund eines Herzleidens kam Familie Wágner ab 1885 nicht mehr nach Altaussee und vermietete die Villa an Familie Professor Josef Seegen. Im September 1885 kaufte der berühmte Kurarzt die Villa Wágner. Auch er war ein leidenschaftlicher Brahms-Verehrer. In einem Brief an Frau Hermine Seegen rät deren Freund Dr. Theodor Billroth, das neu erworbene Haus „Seevilla“ zu nennen.

Nach dem Ableben von Frau Seegen fiel dem Testament gemäß die Seevilla an die „Kaiserliche Akademie der Wissenschaften“ und an Familie Dr. Landesberger. Der Geist des Künstlertreffpunktes lebte somit weiter. Diesmal war es vorwiegend die literarische Welt mit Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann oder Hugo von Hoffmannsthal.

Nach dem Anschluss Österreichs im Jahre 1938 wurde die Seevilla, wie alle großen Villen im Ausseerland, enteignet und fiel dem Gebiet Oberdonau zu. Wer bis Ende des Krieges das Haus bewohnte, ist bis heute noch nicht klar, da zu dieser Zeit das Melderegister nicht vollständig geführt wurde. Eine Vermutung liegt nahe, nämlich, dass im Zuge der „Kinderland-Verschickung“ gegen Ende des Krieges die Seevilla ein Kinderheim beherbergt hat.

Haupteingang der Seevilla

Haupteingang der Seevilla

Nach 1945 wurde das Haus restituiert, aber bald weiter verkauft. Im Jahre 1958 erwarb Frau Elisabeth Trösch aus Wien die Seevilla und verwandelte es in ein Hotel garni mit 35 Betten. Fast alle Zimmer waren mit „fließend Warm- und Kaltwasser“ ausgestattet oder verfügten sogar über ein eigenes Badezimmer.

1976 erwarb Johann Maislinger das damals mehr als fünf Jahre leer gestandene Haus. Es entstand ein 4 Sterne Hotel mit 30 Zimmern, Café, Hallenbad, Sauna und Solarium im Landhausstil der beginnenden 80er Jahre.

Im Dezember 1978 öffnete es seine Pforten. Die Seevilla war im Ausseerland das erste Haus, das auch im Winter geöffnet hatte. Frau Franziska Maislinger, Schwiegertochter von Johann Maislinger, führte es bis 1984. Tochter und Schwiegersohn von Frau Franziska Maislinger, Annelie und Klaus Gulewicz, übernahmen die Leitung fortan. Immer mehr Gäste begeisterten sich für den Urlaub am Altausseer See und es wurde die Idee geboren, das Hotel zu erweitern.

Nach zweijähriger Planung, einem 7-monatigen Umbau und einer Investition von rund 50 Millionen Schilling (3,6 Millionen Euro) wurde die Seevilla auf 52 Zimmer erweitert und vom Stil her angelehnt an den Ausseer Baustil der Jahrhundertwende. Es wurde quasi das alte Gebäude „ummantelt“ und nichts blieb von dem schweren Alpenländischen Stil der End 70iger erhalten. Am 1. Juni 1994 erfolgte die Wiedereröffnung.

Im Jahr 2000 wurden die im Haupttrakt befindlichen Zimmer renoviert und ebenfalls an den Stil, der 1994 Einzug gehalten hat, angepasst. 2001, auch hierbei war die Seevilla Vorreiter, ist das Hotel, bis auf je 14 Tage im Frühjahr und im November, ganzjährig geöffnet. Die Region war zu dieser Zeit eine 2 Saisonen Destination mit der Aufteilung von 30 % Winter und 70 % Sommertourismus.

Im Herbst 2006 entstand ein neuer Wellnessbereich mit Beauty-Abteilung (3 Anwendungskabinen) direkt am See mit Panorama-Sauna, Marmor-Dampfbad, Sole-Dampfbad sowie 3 Erlebnisduschen. Das großzügige Hallenbad blieb, bis auf ein paar kleinere Änderungen, bestehen. Hier wurden keine Kulissen gebaut, sondern soviel als möglich von der Natur einzufangen. Große Fenster und

Umbau Südseite Seevilla 2006

Umbau Südseite Seevilla 2006

ungetrübter Blick über den See zur Trisselwand verzaubern seitdem die Gäste.

Vor dem Kaffeehaus entstand auf dem neuen Wellnessbereich eine Terrasse die im Sommer die Gäste in absoluter Ruhelage zu den hausgemachten Mehlspeisen verführt.

Im Mai 2007 wurde die Herzlichkeit der Mitarbeiter, die hervorragende Leistung und die besondere Gastfreundschaft, gepaart mit einer hervorragenden Küche, mit dem „4 Stern-Superior“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird alle 2 Jahre anonym kontrolliert und neu vergeben.

Das Jahr 2009 war gezeichnet von der schweren Erkrankung von Herrn Klaus Gulewicz. Auf Grund dessen wurde, der damals in 3. Generation geführte Betrieb, in die Hände der 4. Generation übergeben. Die Jahre 2009 und 2010 standen somit ebenfalls im Zeichen einer, zu frühen, Erneuerung. Alexander Gulewicz und seine Gattin Ines übernahmen 2010 den Betrieb.

Die damalige Maislinger-Gulewicz KG wurde zur Maislinger-Gulewicz GmbH & Co KG. Die neu Geschäftsführung verschrieb sich den Wurzeln der Seevilla: „Wir garantieren, dass die Seevilla das bleibt, was sie immer war: Urlaub auf höchstem Niveau zu bieten, mit dem Wissen um unsere Wurzeln, Traditionen und die einzigartige Herzlichkeit der Mitarbeiter, die die Seevilla so beliebt gemacht haben.“ Dies war und ist bis heute das Credo.

Im Jahr 2010 wurde die Seevilla in den erlauchten Kreis der Romantik Hotels aufgenommen. Diese Gruppe steht für Qualität, Tradition und Authentizität vor allem Jedoch für den schönen Urlaub zu Zweit.

Im April 2011 verstarb Klaus Gulewicz nach 2 Jahren schwerer Krankheit im 59. Lebensjahr.

Im Frühjahr 2012 wurde die größte Investition seit dem Jahr 1994 in Angriff genommen: Die Seevilla wurde generalsaniert. Im Fokus standen die Zimmer und deren Bäder. Jedoch bei einer Renovierung blieb es nicht – die Zimmer wurden in gleichem Atemzug um fast 6 m² vergrößert. Es entstanden die neuen Kategorien: Bergblick Superior und Seeblick Superior. Auch das unmögliche wurde möglich gemacht: Der Lift aus dem Jahr 1978 wurde doppelt so groß.

Um den Ansprüchen der Gäste noch mehr zu entsprechen, wurde im Jahr 2014 der Wellnessbereich abermals renoviert. Es wurde das Sole-Dampfbad durch eine Sole-Infrarot Kabine mit zuschaltbarer Sole-Vernebelung ersetzt, um auch den Gästen mit empfindlicher Haut ein Angebot bieten zu können. Hinzugekommen ist die  „Lederhosen-Bio-Sauna“ die nicht nur angenehm einen zum Schwitzen bringt, sondern auch die Eigenheiten der Ausseer Lederhose erklärt – denn nur der Kenner sieht die Unterschiede zwischen der Altausseer, Grundlseer und Bad Ausseer Le

Fallstaff Gabel Verleihung

Fallstaff Gabel Verleihung

derhose. Auch wurde die „Dirndl-Teebar“ samt Sitzgelegenheit, dekoriert mit Ausseer-Dirndlstoffen, geschaffen.

2015 wurde die Seevilla, zwar nicht direkt, ein Teil der James Bond Geschichte. Ein Teil des 24. James Bond Film Spectre wurde hier in Altaussee gedreht. Das Team der Seevilla und

selbstverständlich auch die Familie Gulewicz sind sehr stolz darauf, dass die Seevilla die Unterkunft für die Film-Crew und die Schauspieler stellen durfte.

2015 wurde die Seevilla auch das erste Mal im „falstaff“ bewertet und konnte sogleich eine Gabel erkochen.

Seevilla – Urlaub im Glück