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Die bunten Glücksbringer in Aussee

Glöckl Kinder im Ausseerland

Die Glöckler sind Kinder, die von in der Früh bis am Nachmittag durch den Ort ziehen und um „Glöcklerkrapfen“ bitten. Ausgestattet sind die Kleinen mit Kuhglocken und weißen Leinensäcken. Wenn Sie vor der Haustüre stehen, machen Sie mit den Glocken auf sich aufmerksam.

Die Glücksbringer aus Aussee

Die Glücksbringer aus Aussee

Sobald der Hausherr/Hausherrin die Türe geöffnet hat, erklingt folgender Spruch:

„Bitt´sche um an Glöckökropfn! Lossts mi nit im Schnee umstopfn! Gebts ma oan, zwoa oda drai – sist keaht de Beiarin mai!“ Zu Deutsch: Bitte um einen Glöcklkrapfen! Lasst mich nicht im Schnee herum stapfen. Gebt mir einen, zwei oder drei sonst gehört die Bäuerin mir.

Der Glöcklerkrapfen ist ein aus Schweinefett herausgebackener Germteig in Runderform. Heute werden auch Süßigkeiten und Orangen an die Glöckler ausgeteilt, denn diese Tradition – genauso wie das Berigln – ist schon Jahrzehnte alt. Und damals musste man das ganze Jahr Süßigkeiten entbehren und so war es eine willkommene Abwechslung.

 

Wenn die Berigl kommen!

Sobald dann die Dunkelheit in der letzten Rauhnacht herein bricht, kommen andere Gestalten zum Vorschein. Diese bunten Gestalten ziehen in größeren oder kleineren Gruppen von Haus zu Haus und bringen den Hausherren für das folgende Jahr Glück – die Berigln!

Zu diesem Anlass werden für die Maskierung alte Dirndla, Stoffe, Hüte, Gürtel, Mäntel und Schürzen vom Dachboden geholt und entstaubt – in Bad Aussee. In Altaussee werden Felle zur Verkleidung benutzt. Die Berigl-Pass trifft sich am späten Nachmittag um sich gemeinsam für den Abend vorzubereiten.

Von weiten hört man die die Kuhglocken läuten, Gelächter und lustiges Treiben. Je näher die Berigln zu einem Haus kommen, desto stiller werden Sie. Kurz bevor Sie zu einem Haus kommen verstummen Sie.

Durch das Licht im Hof oder an der Haustür wissen die Berigln, dass Sie willkommen sind. Sobald die Gruppe vor der Türe steht darf nicht mehr gesprochen werden. Sie dürfen nämlich nicht erkannt werden!

Nach dem Einlass wird erst gründlich geputzt mit Besen und Fetzen. Sie wischen über jeden Türstock und Bilderrahmen. Sollte etwas jedoch nicht in Ordnung sein und vielleicht etwas staubig, wird darauf mit deuten und winken aufmerksam gemacht. Nach getaner Arbeit werden Sie von den Gastgebern mit einem Schnapsal, Glöcklerkrapfen, Speckbrot und Weihnachtskekse verköstigt.

Die Berigeln bleiben solange maskiert bis der Hausherr errät wer Sie sind. Natürlich wird gefragt, nachgeschenkt und gut eingeheizt in der Stube. Sollte jemand die Berigln erkennen, müssen Sie sich „blessen“ – das Tuch vom Gesicht nehmen.

 

Zum Schluss wird von den Berigln auf den Türstock der Eingangstüre C+M+B und die Jahreszahl mit Kreide geschrieben, wie es die heiligen 3 Könige machen.

Dies bringt dem Haus und den Bewohnern für das kommende Jahr Glück.

Im Ennstal wird dieser Brauch ebenfalls gepflegt, nur dort heißen Sie Berchtln und sind nicht bunt, sondern schwarz oder weiß angezogen. Der Ablauf bleibt jedoch der gleiche.

Die Bräuche sind überall etwas anders, aber haben alle den gleichen Sinn – Glück im neuen Jahr und die bösen Wintergeister austreiben!